Kaum jemand, der sich für die Finals zwischen Dallas und Miami interessiert, kommt um die Frage herum, wie man zumindest einen der Miami Thrice, bestehend aus LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh, unter seinen Möglichkeiten hält.
Das wichtigste dabei ist sich nicht einzubilden, dass man einen der drei zu 100 Prozent aufhält. Dafür sind sie individuell zu talentiert, stark und mittlerweile erfahren. Trotzdem gibt es einige Methoden um sie aus dem Rhythmus zu bringen und zu schlechten Wurfquoten zu zwingen. Keiner der Mavs würde was dagegen haben, wenn LeBron 30 Punkte Dallas einschenkt aber dafür gut 30 Würfe braucht. Doch ist es wie immer, was sich einfach in der Theorie anhört, ist oftmals in der Praxis schwer umzusetzen.
Wie nützlich wäre das Doppeln?
LeBron ist einzigartig in der Kombination aus Athletik, Größe und einem Auge für den Mitspieler. Selbst wenn man es schafft ihn in eine schlechte Position zu bringen, so hat er meist immer noch das Auge für einen seiner Kollegen.
Wade ist nicht der begnadetste Playmaker, aber das muss er auch nicht sein. Trotzdem kann auch er immer wieder ablegen, wobei ihm die Jahre als Point Guard im Team der Miami Heat zu gute kommen.
Chris Bosh ist zwar kein Chris Webber 2.0 (einer der am besten passenden Big Men) aber auch er kann die zum Korb ziehenden James und Wade anspielen oder die Schützen außen.
Vor allem darf man nicht vergessen, dass aufgrund ihrer Athletik und Dynamik LeBron oder D-Wade zu doppeln auch nicht so einfach wäre.
Die meiner Ansicht nach effektivste Verteidigung wäre eine Mischung aus Zonenverteidigung und Mann-gegen-Mann. Man kann Wade und James den Weg nicht komplett versperren, daher ist Help-Defense einer der wichtigsten Begriffe für Dallas. Mit Chandler und Nowitzki, dessen Defense schon länger annehmbar ist, hat man gute Helpside Verteidiger, muss aber aufpassen, dass die nicht zu schnell zu viele Fouls sammeln.
Will man sie im 1 gegen 1 versuchen zu verteidigen, so muss das auf mehrere Schultern verteilt werden, einerseits um Kraft zu sparen und immer Vollgas geben zu können, andererseits um nicht zu viele Fouls zu haben.
Dabei hat meiner Meinung nach Dallas recht gute Möglichkeiten: DeShawn Stevenson ist der Starter der Mavs auf der 2 und somit der direkte Gegenspieler von Dwyane Wade. Stevenson ist leicht größer und schwerer, somit kann er seinen Körper gegen Wade in die Schlacht werfen, wobei dessen Schulterverletzung vielleicht eine Rolle spielen kann. Der Starter auf der 3 ist Marion und wenn er will ein starker Verteidiger. Er konnte schon in der letzten Runde gegen Ende der Spiele Kevin Durant, Topscorer der NBA, nahezu komplett aus dem Spiel nehmen. Das ihm das gegen James gelingt, ist fraglich, allerdings kann er ihn zu schweren Würfen zwingen.
Gegen Ende des Spiels kann Jason Kidd auch gegen Dwyane Wade verteidigen. Zwar ist Kidd nicht mehr der schnellste, allerdings recht groß für einen Point Guard und einer der erfahrensten, schlauesten Spieler auf dem Feld. Das er Shooting Guards verteidigen kann, hat er gegen niemand geringeren als Kobe Bryantt in der Serie gegen die Los Angeles Lakers bewiesen. Inwieweit ihm das gegen den jüngeren Wade gelingen wird, bleibt abzuwarten, eine Option ist es allemal.
Eine weitere in meinen Augen ist Corey Brewer, der in den Playoffs zwar noch nicht den großen Impact aufs Spiel der Mavs hatte, aber eine ernst zunehmende Option ist, wenn es um das Stoppen der Heat Stars geht. Er ist ein Tweener zwischen Shooting Guard und Small Forward, hat allerdings auch die Größe um auf der Power Forward Position zu stehen. Sein größtes Problem ist die Masse, die ihm fehlt um im Lowpost zu bestehen. Wenn man aber die Spieler austauschen kann und einen frischen Brewer bringen kann gegen Wade, James und im Notfall sogar gegen Bosh, der auch nicht die massigste Erscheinung aller Zeiten ist, so kann er doch dank seiner überragenden Athletik immer vor Wade oder James bleiben. Mit einem sehr guten Helpside Defender Chandler dahinter würde man beide schon fast zwingen von weiter weg zu werfen und könnte so seine Chancen steigern.
Bei all dem darf man aber die wichtigsten Aspekte nicht vergessen, die für Dallas über Sieg oder Niederlage entscheiden werden. Einerseits muss man sein eigenes Offensiv Spiel versuchen wie gewohnt durch zuziehen, sodass Miami, ohnehin eines der besten Defense Teams in den Playoffs, hinten sich verausgaben muss. Andererseits sind wie immer Rebounds entscheidend und das Switchen von Offense auf Defense. Aus dem Set Play heraus spielt Miami Pick and Roll oder Isolations, aber ganz stark sind sie fast schon logischerweise dank ihrer Schnelligkeit im Fastbreak. Miami darf man nicht ins Laufen kommen lassen. Aber wer weiß, vielleicht überrascht Coach Carlisle und hat was ganz eigenes im Kopf.
So oder so sind das alles Spekulationen und meine Vorfreude auf all die Fragen, die sich Millionen Fans weltweit stellen, können nur im Spiel beantwortet werden. Nach Game 1 sind wir alle schlauer und darum genug gequatscht. Let`s go.

Glaub nicht, dass Brewer im Verlauf der Finals auch nur die geringste Rolle spielen wird.
Schon eher Stevenson, der sich im ersten Viertel mMn sehr gut gegen James angestellt hat.